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Dienstag, 20. September 2022

Unterhaltsamer Theaterabend mit dem Wiener Wahl-Osnabrücker Helmut Thiele


Foto: H.-W. Kopf

(Von Agrita Hinz) Am Samstag, 10. September 2022, gastierte der Schauspieler Helmut Thiele zum wiederholten Male mit dem Dauerbrenner „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind im Haus Hehwerth in Lotte. Die Veranstaltung, die von Agrita Hinz und Manfred Will zugunsten der Bürgerstiftung Lotte auf die Beine gestellt wurde, fand beim Publikum großen Anklang.

In seiner Paraderolle des egozentrischen, verbitterten und nur mittelmäßig begabten Kontrabassisten, den eine Hassliebe zu seinem sperrigen Instrument verbindet, begeistert der Wiener Wahl-Osnabrücker auch an diesem Abend wieder die Zuschauer. Ihnen bietet sich bereits vor Beginn der Aufführung die Gelegenheit, sich emotional auf Süskinds Tragikomödie einzustimmen: Klassische Musik von Brahms im Hintergrund und freier Blick auf die Bühne.

Das Bühnenbild von Thiele höchst aufwendig und akribisch detailliert gestaltet, lässt schon vermuten, wie viel Anstrengung, Mühe, aber auch Herzblut darin steckt. Die Gäste genießen spürbar, in das Junggesellenzimmer des vereinsamten Kontrabassisten eintauchen zu können, der dort bereits in seinem Bett liegt und schläft. Sie lassen sich von der besonderen Wirkung der Bühne einfangen, deren Requisiten alles besondere Stücke aus Thieles persönlicher Biografie sind. Angeregt tauschen sie sich über die „Schätze“ aus, die sie dort entdecken.

In der anschließenden eindrucksvollen Aufführung, dem 100 – minütigen Monolog des Protagonisten wird dem Zuschauer dann einiges erklärt: die Musik, die Gesellschaft, das Leben. Der Protagonist referiert, lamentiert, trinkt sein Bier, schreit und schweigt und der Zuschauer hört zu, hängt an seinen Lippen, lacht viel und reagiert auf ihn, wenn er sich ans Publikum wendet. Die Interaktion zwischen dem Protagonisten und den Anwesenden funktioniert.

Gänsehautfeeling pur. Das Stück lebt von Thieles facettenreicher Schauspielkunst, die er an diesem Abend wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis stellt und mit der er dem Zuschauer unter anderem die Gefühlsschwankungen, die Hassliebe des Musikers zu seinem Instrument und seine tiefe Einsamkeit deutlich macht. Nicht unerwähnt bleiben darf die imponierende Ausdauerleistung Thieles: 100 Minuten – „Solotanz“. Chapeau!

Das Publikum ist begeistert, was auch noch einmal durch den langanhaltenden abschließenden Applaus zum Ausdruck kommt. Das Fazit von Kurt Santjer aus Belm bringt es auf den Punkt: Da erkennt man den Profi. Die Organisatoren freuen sich aber auch über Thieles Feedback: Sie waren ein tolles Publikum!

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein konnten die Gäste Helmut Thiele, der mit diesem Stück als einer von nur drei Schauspielern inzwischen seit 37 Jahren unterwegs ist, all das fragen, was sie schon immer von ihm wissen wollten. So konnte der unterhaltsame und zugleich informative Theaterabend gemütlich ausklingen. Für die Bürgerstiftung kamen an diesem Abend 100 Euro zusammen.


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