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Montag, 03. Juni 2019

Kleine eigene Schritte beim Umweltschutz helfen weltweit - Forderung nach rigoroserem Klimaschutz in Alt-Lotter Arche


UN-Nachhaltigkeitsziele sollen nach Wunsch von Ulrich Harhues (von links), Wolfgang Israel, Thomas Kubendorff, Detlef Salomo und Dieter-Joachim Srock möglichst schnell auch in Lotte umgesetzt werden. Foto: Ursula Holtgrewe

Quelle: Neue-OZ - Zum Thema Umweltschutz lud die Bürgerstiftung Lotte den ehemaligen Landrat Thomas Kubendorff, ein. Im Alt-Lotter evangelischen Gemeindehaus Arche referierte er über Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene – und thematisierte den Earth Overshoot Day und persönliche Verhaltensänderungen.

Herausgestellt wurde in der Diskussion, dass nicht alles was auf einer Seite gut ist, in der Gesamtbetrachtung auch zwingend gut für die Umwelt ist. Beispiel: Biogasanlagen, die auch mit Mais bestückt werden, der wiederum auf Flächen angebaut wird, die dann der eigentlichen Landwirtschaft fehlen.


Die Vielschichtigkeit des Themas bewog Thomas Giebel zu mahnen: „Es ist ein Füllhorn an Maßnahmen vorgestellt worden. Ich habe Angst, dass wir politisch nicht damit durchkommen, weil das für viele zu kompliziert ist mit den vielen Abwägungen. Meine Befürchtung ist, dass wir politisch den Kampf verlieren, weil die Vereinfacher das kaputt machen, was wir mit viel Mühe aufbauen. Auch darüber müssen wir uns Gedanken machen.“

Anfangen, aufzuhören Ressourcen zu verprassen

Einmal mehr wurde klar, dass jeder Einzelne kleine einfache Schritte unternehmen und anfangen kann, damit aufzuhören, die Ressourcen der Erde auszubeuten. Mit Verhaltensänderungen. Das könnte heißen, den täglichen Fleischkonsum zu reduzieren auf wenige Male in der Woche; darauf zu achten, beim Einkaufen lose Lebensmittel in wiederverwendbare Behälter zu packen und überhaupt Kunststoffe aus dem Alltag zu verbannen; oder, auch für Erwachsene gut erhaltene Kleidung secondhand zu kaufen. Theoretisch ist viel Wissen unterwegs. Kubendorff setzte dabei auf Freiwilligkeit, nicht auf Verordnungen.

Thomas Kubendorff informierte mit einem inhaltsreichen Referat. Stiftungsratsgeschäftsführer Dieter-Joachim Srock beschrieb die Vita des Nachhaltigkeitsbotschafters der Agenda 21 in NRW. Er habe in seiner Amtszeit beispielsweise das Ziel herausgegeben, dass der Kreis Steinfurt mit produzierten, auch regenerativen Energien, bis 2050 rechnerisch energieautark werden solle, sagte Srock.

Hausherr Pastor Detlev Salomo begrüßte den Gast zum zweiten Mal nach dessen Besuch im Männerkreis: „Das Thema ist überparteilich eine globale Herausforderung.“ Es sei fast schon zu spät, den Klimawandel zurückzudrehen. Dafür müsse viel mehr aktiv unternommen werden, forderte der Pastor.


Deutscher "Erdüberlastungstag" war am 3. Mai

Klimaschutz ist eine besondere Herausforderung in Deutschland, wie Kubendorff belegte: „Der Earth Overshoot Day, also der Tag, an dem wir im Jahr das verbraucht haben, was uns an Ressourcen zusteht, war am 3. Mai. Nach nicht einmal fünf Monaten leben wir nun auf Kosten der zukünftigen Generationen.“ Dass der Tag weltweit im August liege, liege an den Dritte-Welt-Staaten, die die Erde nicht derart ausbeuteten, wie die USA, Kanada und in Europa beispielsweise Deutschland.

Bereits 2015 verabschiedete die internationale Staatengemeinschaft die Agenda 2030, in der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung festgeschrieben sind. Davon sind für NRW sieben festgelegt worden. „Wir haben geschaut, wie die Ziele vor Ort umgesetzt werden“, berichtete Thomas Kubendorff. In ländlichen Regionen seien die Menschen eher bereit sich der Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit anzunehmen als in Städten mit sozialen Brennpunkten.

Er erklärte, wie in den Verwaltungen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Kommune gearbeitet werden könne. Das werde für junge Familien bei der Standortwahl zunehmend ein wichtiger Faktor, betonte Kubendorff. Lottes Bürgermeister Rainer Lammers notierte manche Stichworte. Weiterhin sah er das Engagement von Umweltbeauftragter Ursula Wilm-Chemnitz und Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay für die Gemeinde Lotte allemal bestätigt.

Wenn jeder etwas für den Klimaschutz verändert, gewinnen alle

Wolfgang Israel brachte es auf den Punkt: „Jeder von uns weiß, was zu tun ist. Das in die Tat umzusetzen, ist schwierig. Wenn jeder einen kleinen Schritt unternimmt, haben auch andere viel gewonnen. Das betrifft alle Lebensbereiche.“


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